Holzstühle #164
Wrigley, Eduard, Bäschteli und …?
Wissen Sie, was an vierter Stelle kommt?
Erinnern Sie sich an den Namen?
Er beginnt mit E.
E‑u- …
Oder wissen Sie, woher diese Namen stammen?
Aus einem Buch von 1955.
Vielleicht kennen Sie auch den gleichnamigen Film von 2005? Er ist mit rund 580’000 Kinoeintritten der dritterfolgreichste Schweizer Film seit Beginn der vergleichbaren Statistik von 1976.
E‑u-g …
Der Autor war Klaus Schädelin. Er schuf damit eines der erfolgreichsten Schweizer Kinderbücher überhaupt. Der Verlag spricht von über 250’000 verkauften Exemplaren. 2025 erschien die 34. Auflage.
E‑u-g‑e …
Bemerkenswert ist, dass dieses Buch noch heute lieferbar ist – und auch gekauft wird.
Eugen!
Eugen ist die Hauptfigur im Buch «Mein Name ist Eugen». Er erlebt zusammen mit seinen Freunden Wrigley, Eduard und Bäschteli im Bern der 1950er-Jahre eine Reihe wilder Streiche und Abenteuer. Schliesslich machen sie sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch die Schweiz, um den sagenhaften Fritzli Bühler, den König der Lausbuben, zu finden. Dabei geraten sie immer wieder in Schwierigkeiten, halten aber als Freunde zusammen.
Sirupkatastrophe in der Holzklasse
In einer Buchszene reisen sie mit den Pfadfindern im Zug ins Tessin – und zwar in der Holzklasse. Das war damals die 3. Klasse der SBB. Die steilen Sitzbänke bestanden aus einzelnen Holzlatten und nach einer langen Fahrt schmerzte einem der Rücken. Auf der Fahrt in den Süden hängen die Jungs eine 25-Liter-Sirupflasche im Mittelgang auf, um durch deren Kreisbewegung zu beweisen, dass der Zug durch die Kehrtunnel von Wassen fährt. Das Experiment endete in einer Sirupkatastrophe.
Und ich verkaufe seit neustem auch Sirup … oder wieso erzähle ich Ihnen diese Geschichte?
Wegen der Holzklasse.
Dieser Begriff bezeichnet in der Regel die einfachste Form oder spärlichste Ausführung von etwas. Meist ist mit Holzklasse auch etwas eher Unbequemes gemeint.
«Einspruch, Euer Ehren!», heisst es in den Filmen, wenn der Verteidiger mit den Ausführungen des Staatsanwalts nicht einverstanden ist.
Und ich erhebe Einspruch gegen die Behauptung, dass die heutige Holzklasse unbequem sei.
Sie ist sogar sehr bequem. Wenn man richtig wählt.
Bequeme Holzstühle
In meinem Sortiment habe ich Holzstühle, zum Beispiel von HORGENGLARUS, vonRICKENBACH und öko trend. Sie geben neben jedem Tisch eine gute Figur ab und sind auch nach Mitternacht noch komfortabel.
Die drei genannten Hersteller produzieren ihre Stühle in der Schweiz und setzen dabei soweit wie möglich auf heimisches Holz. Solche Produkte können jederzeit aufgefrischt werden und erhalten ein zweites oder drittes Leben. Vor kurzem hat mir ein Freund erzählt, dass er den Holzgartentisch aufbereitet habe, und der nächste Besuch habe gemeint, der Tisch sei neu. So etwas bezeichne ich als echt nachhaltig.
Die Holzstühle der öko trend-Eigenmarke werden von einer kleinen Manufaktur in Avenches produziert, vonRICKENBACH ist ein 1910 gegründetes Familienunternehmen aus dem Muotathal, HORGENGLARUS existiert sogar schon seit 1880 und publiziert in der Firmenphilosophie Wörter wie Kreislaufwirtschaft, Generationenpass, Reparatur oder Rückkauf.
So werden Holzstühle produziert
Alle Holzstuhlanbieter nutzen moderne Technologie, gleichwohl steckt in jedem einzelnen Stuhl neben viel Herzblut einiges an Handarbeit. Vor rund zwei Jahren habe ich HORGENGLARUS besichtigt und war total begeistert. Die folgenden Videos geben Ihnen einen beispielhaften Einblick in die Arbeitsweise dieser Firmen (alle von HORGENGLARUS). Sie bekommen unter anderem einen Einblick in die grundsätzliche Arbeitsweise, erleben mit, wie Massivholz gebogen wird ((dieses Video braucht es nicht, es steckt schon im anderen)) oder wie man einen Holzstuhl restauriert.
Übrigens gibt es bis heute in den meisten Restaurants Holzstühle, und ich habe das Gefühl, dass sich die Gäste durchaus sehr wohl fühlen.
Impressionen aus der Produktion bei HORGENGLARUS
Holzstuhl-Probesitzen
Wenn Sie interessiert, aber unsicher sind, schlage ich vor, dass Sie meine Ausstellung in Sempach Station besuchen, sich beraten lassen und ausgiebig Probe sitzen. Nehmen Sie ein Buch mit und machen Sie es sich für ein paar Stunden gemütlich 😉, so finden Sie am besten heraus, ob Ihnen etwas zusagt. Alternativ geniessen Sie probesitzend auf einem Holzstuhl oder Sofa respektive probeliegend auf einem Bett einen lustigen Auszug aus dem Film «Mein Name ist Eugen» ((https://www.youtube.com/watch?v=U1ibp_8fhs4)) – oder auch zwei ((https://www.youtube.com/watch?v=BxBAaOqpi_M))
Nun freue ich mich, Sie in zwei Wochen zum HEIMisch-Blog Nummer 164 – «Carpe Diem» – wieder dabei zu haben.
Bis bald!
Ihr Bernhard Heim
Schlaf- und Wohnberater und Holzklässler
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